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Bereit für die Logistik 4.0: Der intelligente Tachograph von Continental ist mehr als ein Kontrollgerät

  • Der neue digitale Tachograph DTCO 4.0 bringt vertrauenswürdige Daten in die nahtlosen Liefer- und Informationsketten
  • DSRC-Schnittstelle (Dedicated Short Range Communication) und Satelliten-Anbindung vernetzen das Gerät – bei höchsten Sicherheitsstandards
  • ITS-Schnittstelle (Intelligent Transportation Systems) unterstützt Transportplanung und ermöglicht kooperierende Dienste
  • Continental hat die kommende EU-Verordnung 165/2014 in seinem DTCO 4.0 umgesetzt

Villingen-Schwenningen, 5. Juli 2018. Mitte 2019 tritt die neue Tachographen-Verordnung (EU) 165/2014 in Kraft. Alle neu zugelassenen Lkw haben dann einen intelligenten digitalen Tachographen an Bord. Und der bringt zahlreiche Funktionserweiterungen. Die Anbindung an ein Satellitenpositionssystem und die drahtlose Übermittlung von Daten bei Straßenkontrollen machen Speditionen und Kontrolleuren das Leben leichter, neue Verschlüsselung sorgt für noch mehr Sicherheit. Dr. Lutz Scholten, Leiter des Geschäftsbereichs Tachographs, Telematics and Services bei Continental, betont, dass die neue Generation des DTCO nichts weniger als den Eintritt in ein neues Zeitalter der sicheren Datenerfassung bedeutet. „Der Tachograph wird zu einer umfassenden, authentisierten Datenquelle für alle Telematikprozesse.“

Das neue Tachographen-Zeitalter ermöglicht neue Services und Geschäftsmodelle

Die Tachographen-Experten im Technologieunternehmen Continental sehen im DTCO längst viel mehr als nur ein Kontrollgerät. „Telematikdaten kann man mit ungeschliffenen Diamanten vergleichen. Sie haben großes Potenzial, liegen vielfach allerdings nicht in einer so vertrauenswürdigen und authentisierten Form vor, dass sich darauf Geschäftsbeziehungen aufbauen lassen“, sagt Dr. Lutz Scholten. Diese Lücke schließt der DTCO 4.0, weil er die erhobenen Daten nach höchsten Sicherheitskriterien erfasst, plausibilisiert und verarbeitet und sie mit klar definierten berechtigten Dritten austauschen kann. „Das neue Tachographen-Zeitalter bringt Flotten, aber auch deren Dienstleistern neue Möglichkeiten. Unzählige Services und sogar neue Geschäftsmodelle auf Basis der Daten aus dem DTCO lassen sich jetzt gestalten.“

Continental gehört mit seiner Marke VDO seit Jahrzehnten zu den führenden Lieferanten von Tachographen und entwickelt in enger Abstimmung mit den Fahrzeugherstellern, Flottenbetreibern und Fahrern heute auch die Services und Produkte rund um den Tachographen beständig weiter. Auch für den neuen DTCO 4.0 hat Continental die Downloadtools, die Flottenmanagementlösung VDO TIS-Web sowie die Prüfgeräte und Schulungen für die Werkstatt an die neuen gesetzlichen Vorgaben und die neuen Möglichkeiten angepasst. Offiziell vorgestellt wird der DTCO 4.0 auf der IAA Nutzfahrzeuge im September 2018.

Einzigartige DSRC-Antennentechnologie für die drahtlose Datenübermittlung

Die EU-Richtlinie fordert unter anderem eine standardisierte DSRC-Schnittstelle (Dedicated Short Range Communication), um die Straßenkontrollen für alle Beteiligten effizienter zu machen. Dazu werden aus dem fahrenden Fahrzeug heraus nach entsprechender Authentifizierung Fahrzeug- und Kalibrierungsdaten, Informationen über Sicherheitsverletzungen und aufgetretene Fehlfunktionen aus dem DTCO 4.0 drahtlos an die Geräte der Kontrollbeamten übermittelt. Anhand dieser Daten können die Kontrollbeamten gezielt auffällige Fahrzeuge anhalten. Unternehmen und Fahrer, die alle Vorschriften einhalten, dürfen dank dieser Änderung mit weniger unplanmäßigen Stopps am Straßenrand rechnen.

Die Daten sendet der DTCO 4.0 über seine kleine, an der Windschutzscheibe installierte Antenne. Technologisch geht Continental dabei neue Wege: Statt die komplette Intelligenz für die DSRC-Funktionalität wie üblich in der Antenne zu verbauen, haben die Ingenieure von Continental gemeinsam mit führenden Spezialisten für industrielle Mikrowellen-Technologie die Intelligenz im Tachographen integriert. Außerdem sind – anders als bei den im Markt gängigen Lösungen – keine Anpassungen in der Fahrzeugelektrik und -elektronik erforderlich. Das macht ein preisgünstiges Nachrüsten problemlos möglich.

Positionsdaten per GNSS-Anbindung

Zudem regelt die Verordnung die Anbindung an ein globales Satellitenpositionssystem (GNSS). So werden die Positionsdaten automatisch beim Start und Ende der Schicht sowie nach drei Stunden Fahrzeit und nach jedem Aktivitätenwechsel aufgezeichnet. Das sorgt für mehr Transparenz bei der Kontrolle. Darüber hinaus können Positionsdaten zur Unterstützung des Flottenmanagements direkt aus dem Tachographen genutzt werden. Der DTCO 4.0 unterstützt neben dem europäischen GNSS Galileo, auch GPS und Glonass.

Vorgeschrieben sind in Zukunft erhöhte kryptografische Sicherheitsmechanismen und damit eine neue Verschlüsselungstechnologie. Dies betrifft zum einen die Kommunikation zwischen Geschwindigkeitssensor und digitalem Tachographen. Hierfür hat Continental den neuen KITAS-Impulsgeber 4.0 entwickelt. Zusammen mit dem DTCO 4.0 stellt er eine Systemeinheit dar und erfüllt die sehr strengen gesetzlichen Bestimmungen. „Durch das neue Public-Key-Verschlüsselungssystem ist der DTCO 4.0 schon heute mit einer zukunftsweisenden Sicherheitstechnologie ausgestattet“, erklärt Dirk Gandras, Programm-Manager TTS Vehicle Units bei Continental. Neu verschlüsselt wird auch die Tachographenkarten-Kommunikation. In Zukunft unterstützen die Karten zwei Verschlüsselungstechnologien. Mit dem DTCO 4.0 können so vorhandene Fahrer- und Unternehmenskarten bis zu deren Ablaufdatum weiterhin genutzt werden.

Vertrauenswürdige authentisierte Daten schaffen die Basis für kooperierende Dienste

Die Welt der Logistik steht heute vor großen Herausforderungen: Der Onlinehandel hat das Nutzerverhalten grundlegend verändert, die Komplexität der Logistikkette steigt, neue Mobilitätskonzepte entstehen. „Speditionen und Flottenmanager müssen in diesem Umfeld flexibel agieren. Digitalisierung, Vernetzung und Echtzeitdaten spielen für die Zukunft der Branche eine Schlüsselrolle“, sagt Dr. Lutz Scholten. Flottenmanager profitieren von einer ITS-Schnittstelle (Intelligent Transportation Systems), die zahlreiche Informationen aus dem DTCO 4.0 über ein standardisiertes Interface bereitstellt. Die Verfügung über diese mehr als 70 verschiedenen Informationen ermöglicht eine noch effizientere Transportplanung. Der Gesetzgeber sieht die ITS-Schnittstelle nur optional vor – der Technologiekonzern hat sie als Standard implementiert.

Doch auch die Dienstleister der Flotten oder die Behörden können durch die neuen technischen Möglichkeiten profitieren. Mit dem DTCO 4.0 von Continental wird zum Beispiel eine direkte Abwicklung der Maut, sogar mit integriertem On-Board-Wiegesystem möglich. So sind mit der integrierten DSRC-Verbindung bereits die technischen Voraussetzungen geschaffen, länderspezifische Funktionen zur Mautabrechnung und Mautüberwachung im Tachographen zu applizieren. Zusätzliche On-Board-Units könnten damit entfallen. Zugleich lässt sich die Maut fairer gestalten, wenn zugleich Gewichtsdaten übermittelt werden, die von Sensoren an den Achsen erhoben und verschlüsselt an den Tachographen gesendet werden. In Zukunft wäre dann die tatsächliche Achslast entscheidend für die Berechnung der Maut.

Werden die sicheren Daten aus dem Tachographen an andere Datenverarbeitungssysteme weitergegeben, sind viele weitere Anwendungsfälle denkbar. So könnten Informationen über den Tankinhalt mit sicheren Füllstandsensoren ermittelt und an Systeme von Tankkartenunternehmen gesendet werden. Apps könnten Informationen aus dem DTCO nutzen, um Fahrer zu einer nahegelegenen günstigen Tankstelle oder einem perfekt zum Beginn der Ruhezeiten erreichbaren Parkplatz zu lotsen. Eine weitere Möglichkeit ist die Bereitstellung der Daten an Dienstleister für die Gehaltsabrechnung oder an Versicherungsgeber zur individuellen Berechnung von Tarifen. Continental hat bereits Schnittstellen entwickelt, um den Austausch der authentisierten, vertrauenswürdigen Daten aus dem Tachographen zu ermöglichen.Berücksichtigt wurde bei der gesamten Systementwicklung auch die Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) der EU. Flottenmanager und Serviceprovider erkennen so sehr schnell, welche Tachographendaten unter die DSGVO fallen und der Zustimmung durch den Fahrer bedürfen.

Basis für die beschriebene Weiterverarbeitung der Tachographendaten ist die Flottenmanagement-Software TIS-Web von Continental. Grundlage aller möglichen Services sind die hohen Standards beim Schutz sämtlicher Daten, die durch den Tachographen erhoben werden. „Mit dem DTCO 4.0 steigt die Anzahl der Daten, mit denen wir übergeordnete Flottenmanagementsysteme gezielt und unter Berücksichtigung der DSGVO unterstützen können, stark an. Damit steigt auch die Summe der Möglichkeiten“, sagt Dr. Lutz Scholten. „Wir freuen uns darauf, die Transportindustrie bei der Umsetzung neuer Ideen mit unserer Kompetenz für Tachograph und Telematik zu unterstützen.“

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